Digital Literacy – Konferenz Startklar?!



Das kommt darauf an. Vor 30 Jahren war Digital Literacy, dass man
in der Lage war, einen Rechner einzuschalten und vielleicht zu wissen, was ein
Akkustikkoppler ist, um ins Internet zu kommen. Heutzutage muss man natürlich auch wissen, wie man Nachrichten im Internet
bewerten kann. Darüber hinaus ist es aber etwas, das es im Singular
wahrscheinlich gar nicht gibt. Dazu gehört natürlich auch, das Reflektierenkönnen darüber, was passiert. Dazu gehört auch, Dinge schreiben und lesen zu können. Durchaus auch das Lesen
von z.B. einem Code einer Webseite. Das ist nicht nur eine Kompetenz des Könnens,
so handwerklich, sondern das ist im Prinzip eine Haltung, eine Haltung der Orientierung
in einer digital geprägten Welt. Zunächst einmal alles, was mit Lesen und
Schreiben und Kommunizieren zu tun hat. Es hat auch etwas mit Denken zu tun, denn jede Sprache
ist immer auch eine Form des Denkens. Und die Sprache des Digitalen ist natürlich
auch eine Form des Denkens, die uns heute als neue Form
zur Verfügung steht. Ansonsten gehört alles dazu, was man damit verbinden kann; von eben dem Einschalten eines Computers über die Benutzung eines
Textverarbeitungsprogramms. Aber auch die Frage des Netzwerkens, wie verhalte ich mich in sozialen Netzwerken,
wie nutze ich soziale Netzwerke. Aber man sollte zumindest in der Lage sein, Phänomene der digitalen Welt mitzugestalten, mitzubestimmen, zu erstellen, zu reflektieren, oder auch einmal linksliegen zu lassen. Medienkompetenz taucht immer häufiger
jenseits der Sonntagsreden auf. Es gibt das Strategiepapier
der Kultusministerkonferenz "Bildung in einer digitalen Welt". Und das steht z.B. auch ausdrücklich drin, dass Lehrerinnen und Lehrer
diese Kompetenzen haben müssen. Interessant ist,
dass in aktuellen Studien aus England Digitalisierung ein Hot Topic ist, aber wenn man dann nach der Bedeutung
für den Alltag fragt, ganz woanders steht, deutlich weiter unten steht. Sie wird damit verbunden,
wenn sie überhaupt sozusagen mit drin ist. Es ist nicht so, dass dieser Kompetenzbereich
jetzt schon sich überall durchzieht. Mich hat noch nie jemand gefragt, in welchem Zusammenhang die Fähigkeit
des Schreibens mit anderen Fähigkeiten steht. Obwohl es natürlich wichtig ist, um z.B. im Beruf umgehen zu können. Digital Literacy wird eine … oder ist eine Kernkompetenz
des 21. Jahrhunderts. Davon kann man ausgehen. Und sie wird alle anderen Kompetenzen prägen. Wer also heute eine Maschine bedient, wird in Zukunft möglicherweise auch in der Lage
sein müssen, diese Maschine umzuprogrammieren. D.h., die Digitalisierung legt sich zunehmend
über immer mehr Lebensbereiche und wird da natürlich auch die notwendigen Fähigkeiten, Kompetenzen,
Reflektionsmöglichkeiten, beeinflussen. Wir haben heute Möglichkeiten,
Fremdsprachen in Aktion zu lernen, die wir vor 20 oder 30 Jahren nicht hatten. Wir können einfach Videokonferenzen schalten. Wir haben überhaupt kein Aufwand mehr. Das Lernen von neuen Vokabeln am Lesen
von Texten ist wesentlich einfacher geworden. Also wenn ich heute einen englischen Text
lese und eine Vokabel nicht kenne, dann lege ich den Finger kurz drauf, kriege entweder einsprachig oder zweisprachig
Übersetzungsmöglichkeiten, und das Wort wandert noch automatisch
in meine Lernkartei, damit ich es dann beim Wiederholen vom Vokabellernen
auch lernen kann. Das sind also Dinge, die das Sprachenlernen durchaus mitprägen,
beeinflussen und auch erleichtern, glaube ich. Die aber natürlich auch verlangen,
dass man das kann und weiß, wie das geht. Die Lehrerausbildung hat zum Ziel,
dass Lernen gelingen kann. Und heute kommen tatsächlich
Instrumente und Werkzeuge dazu, und aber auch Kontexte,
die eben digital sind. Und in der Lehrerbildung
muss das einfach eine zentrale Rolle spielen. Das muss sich durch alles durchziehen. Ich wünschte mir, es würde nicht immer gesagt:
"Digitalität im Biologieunterricht", sondern möglicherweise
"Biologieunterricht heute". Das optimale Fremdsprachenlernen ist ein Fremdsprachenlernen,
das sich in der Welt bewegt. Ein Raum,
in dem es Bücher in den Fremdsprachen gibt. In dem es Möglichkeiten gibt,
am Computer möglicherweise mit vorinstallierten Apps, möglicherweise mit
Links, die schon Hinweise geben, zu arbeiten. In denen man aber auch
Videokonferenzen machen kann, mit Leuten sich zusammenschalten kann. Also ein Sprachraum zu schaffen, in dem man mit allem, was wir haben,
das Bewährte und das Neue, zusammenarbeiten kann. Wo man Sprachenlehrer findet,
wo man Kommunikationspartner findet, wo man aber eben auch Tageszeitungen findet, also im Prinzip ein Makerspace für Sprache.

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